Die Literaturgesellschaft: Mensch, Buch – Miteinander

Sie sind die Vorstandsvorsitzende der Literaturgesellschaft Hessen e.V. Erzählen Sie uns etwas über diese Gesellschaft. Was verbirgt sich dahinter, an wen richtet sich diese und welchen Aufgaben hat sie sich verschrieben?

Die aus weitestgehend hessischen AutorInnen bestehende Gesellschaft richtet sich an AutorInnen, oder jene die es werden wollen. An literarische ÜbersetzerInnen, Literaturinteressierte, an Literaturkritiker oder Menschen die sich der Literatur, dem geschriebenen Wort verbunden fühlen. Oder aber einfach Liebhaber der Poesie, dem geflügelten Wort, den leidenschaftlichen Leser, welcher hinter die Kulissen der Schreibenden schauen und lernen möchte. Lesen verbindet, Lesen schafft Ruhe, schafft eigene Begegnungswelten. Denn Zuhören braucht´s beim Vorlesen und Disziplin beim Schreiben.

Wir wünschen uns die lesenden und schreibenden Generationen zu verbinden und zu unterstützen. Somit vermitteln wir Wissen, Althergebrachtes und Neudurchdachtes, Gesponnenes, Authentisches, Sachliches und Poetisches. Wir möchten Autoren fördern, netzwerkeln, im Handwerk behilflich sein. Somit können wir an den sozialen Raum etwas wiedergeben, in Form von Lesungen in sozialen Einrichtungen, Veranstaltungen im Rahmen von Stadtteilbelebungen und vieles mehr.

Wie sind Sie persönlich zum Lesen gekommen, wie hat sich Ihre Leidenschaft bis heute entwickelt und welche Rolle spielt das geschriebene Wort mittlerweile in Ihrem Leben?

Ich habe als Kind gern quer durch den Büchergarten gelesen und die Möglichkeit der Flucht in ferne und unbekannte Welten die sich mir bot, genutzt. Das geschriebene Wort spielt für mich je nach Kommunikationsmittel, eine große Rolle. In einer Zeit von Social Media und Blackberry bleibt die eigentliche Kommunikation, die bedachte Ausführung des Gemeinten oftmals auf der Strecke. Nach wie vor bin ich ein Fan von persönlicher Post und den Seiten die ich tatsächlich umblättere, statt zu klicken. Das jedoch ist nicht wesentlich und für jeden Leser eine subjektive Entscheidung – das richtige Medium für sich zu wählen. Lesen verbinde ich mit „sich Zeit nehmen“ und das gibt mir einen guten Ausgleich zu dem an Schnelligkeit gewinnenden Kommunikationsfluss über Blogs, Kurznachrichten und Anderes.

Was macht für Sie und aus Ihrer Sicht für alle anderen Lese-Begeisterten, die Faszination und den besonderen Reiz am lesen aus?

Lesen ist für mich nicht nur ein Zeitvertreib, sondern etwas was uns hilft die Sprache zu bilden den Wortschatz und die Gedanken zu erweitern. Lesen ist eine der Möglichkeiten die Allgemeinbildung zu festigen und in Reden überzuleiten und sich zu vermitteln. Wissen macht frei und stärkt uns in der Gesellschaft. Je nach Generation und Herkunft bietet uns das Lesen oder Schreiben die Möglichkeit zu einem besseren Verständnis für die Bedürfnisse und Wagnisse innerhalb der Gemeinschaft.

Erzählen Sie uns ein wenig über Highlights die Ihnen die Literaturgesellschaft Hessen e.V. bislang beschert haben, was waren besonders tolle Erlebnisse und aufregende Momente, an die Sie sich gern erinnern?

Da ich erst im Januar dank der Mitglieder und dem Vorstand zur Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde, kann ich nicht so weit zurückschweifen. Für mich wesentlich sind: die soziale Ausrichtung und die bisher spannende, interessante Lektüre, welche ich bei Lesungen genießen konnte.

Aufregende Momente bilden in den nächsten Monaten für mich die sozialen Themenfelder mit neuen Ausrichtungen und Inhalten, zu erweitern. Dazu gehört neben der Schwierigkeit AutorInnen zu fördern auch der Einsatz Alt und Jung miteinander zu verbinden oder den Rahmen zur Wissensbildung-/ erhaltung durch Mentoren und Vorträge zu schaffen. Lesungen in Kinderkrankenhäusern und Senioreneinrichtungen sollen hinzukommen. Mensch, Buch – Miteinander. An den Literaturtagen von HR2 werden wir ebenso versuchen mit einem Beitrag zu flankieren und hoffen an dieser Stelle auf reichlich Unterstützung von der Stadt und Sponsoren.

Manche Menschen würden viel mehr lesen, wenn sie ein für sie geeignetes Buch vor der Nase hätten. Welche Tipps haben Sie für all diejenigen, die etwas lesefaul sind, dies aber gern verändern würden und welche eventuellen persönlichen Buch-Empfehlungen haben Sie auf Lager?

Ich sehe dass differenziert. Für jeden gibt es das geeignete Buch. Nur haben viele Menschen kaum noch Zeit zum Lesen oder sind nach einem langen Arbeitstag, wo Sie berufsbedingt viel lesen, nicht mehr aufnahmefähig für das geschriebene Wort. Aus eigener Erfahrung heraus, empfehle ich: wenn die Uhren so schnell laufen und keine Zeit für ein Sammeln der Gedanken bleibt, das genau dann der Moment gekommen ist, für ein gutes Buch und einen Zwischenstopp. In Alltagssituation wo wir in eine Warteposition kommen wie z.B. ein Arztbesuch, Flughafen o.ä., können wir uns die Wartezeit durch ein gutes Buch verkürzen. Mit den bereits begonnenen Stadtteil-Lesungen hofft die Literaturgesellschaft, einer breiten Gruppe von Menschen neue Bücher vorzustellen und Leselust zu wecken.

Wir wünschen uns an dieser Stelle viele neue, wissbegierige Mitglieder, um einen noch größeren Beitrag leisten und unsere Vereinsziele umsetzen zu können.

3 Buch-Tipps zur Entspannung und Anregung von Autoren des VS/ der LIT:

  • Alexander Pfeiffer: Im Bauch der Stadt, ein Wiesbaden Krimi
  • Ela Rojas: Einer jener chilenischen Tage. Roman über die Zeit des Pinochet Regimes
  • Hanna Dunkel: Mordsache Ulsnis. Ein tatsächlicher Kriminalfall als Roman

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